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Das LASC : ein lothringisches Labor entwickelt die Anwendungen der Zukunft

Le 28/01/2010

Das auf Mensch-Maschine-Kooperation spezialisierte Labor für Automatisierung menschlicher Motorik und Verhaltenswissenschaften der UPV-M setzt auf pluridisziplinäre Forschung, um Anwendungen zu entwickeln, die die Selbstständigkeit fördern.
 
 
"Das größte Problem ist nun der Transfer in die Industrie", verkündet Guy Bourhis, Leiter des Labors für Automatisierung menschlicher Motorik und Verhaltenswissenschaften (LASC). Besonderheit : dieses Labor an der UPV-M ist seit seiner Gründung 1997 im Bereich Behinderung tätig. Es entstand im Rahmen des Projekts eines intelligenten Rollstuhls, "der in der Lage ist, Hindernisse zu erkennen und diesen auszuweichen, an Wänden entlang oder durch Türen zu fahren". Leider kam dieses Gerät "aufgrund seines zu begrenzten Marktes und seiner hohen Kosten" nicht in den Handel. Trotzdem wurde letztes Jahr die Belegschaft des LASC von 8 auf 16 Forscher mit Lehrauftrag verdoppelt, eine kräftige Entwicklung, die seinen pluridisziplinären Auftrag bestätigt. Das anfänglich aus Automatisierungstechnikern bestehende Team verfügt nun über neue Kompetenzen in Neurowissenschaft und Verhalten. "Der ursprüngliche Gegenstand unserer Forschungen ließ wissenschaftliche Problemstellungen auftauchen, die über die mobile Robotik hinaus auf die Mensch-Maschine-Kooperation gerichtet sind. Diese Verstärkung bringt uns ein theoretisches Plus über das Verständnis des Menschen."
 
Gegenwärtig arbeitet das LASC auch an der Zugänglichkeit - mit Erstellung virtueller dreidimensionaler Umgebungen, unter anderem eines Rollstuhl-Fahrsimulators - und hilft bei der Kommunikation. So entwickelt es "ein Blättersystem" für Behinderte mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS), einer degenerativen Erkrankung, die zum Verlust der Muskelkontrolle und zu Sprechstörungen führt. "Diese fast fertige Schnittstelle ermöglicht es, zum Beispiel durch eine Bewegung der Augenbrauen am Bildschirm eine Auswahl zu treffen. Sie verbessert die Ergonomie in Bezug auf die bereits vorhandenen Vorrichtungen: die Signalverarbeitung wird optimiert, um die Geschwindigkeit des Blätterns am Bildschirm je nach Leistung des Benutzers automatisch einzustellen." Die Sensoren wurden in Brasilien konzipiert, wo neben Algerien und Tunesien internationale Kooperationsvereinbarungen mit dem lothringischen Labor bestehen.
 
Eine weitere Forschungsrichtung: "Emotionen und Handlungen". Hier ist die "elektronische Nase", deren ursprünglicher Sinn - die Messung der Luftverschmutzung - umgewandelt wurde, eine echte Innovation. "Der Gedanke ist es, dieses Instrument für die Behandlung von Phobien einzusetzen. Es soll zum Einblasen von Gerüchen verwendet werden, die an tiefgreifenden Entwicklungsstörungen leidende Patienten beruhigen können." So finden die Arbeiten des LASC dank der Neurowissenschaften neue Anwendungsbereiche. Sie erstrecken sich insbesondere auf Mobilitätshilfe für Senioren, und das, so Guy Bourhis, "eröffnet neue Perspektiven in kommerzieller Hinsicht".
 
© foto : alphaspirit - Fotolia.com
 
 

LASC : Labor für Automatisierung kooperativer Systeme

Zu Beginn brachte das LASC das Projekt V.A.H.M.(Autonomes Fahrzeug für Motorisch Behinderte) auf den Markt, eine eigenständige Anwendung der mobilen Robotik für die Unterstützung beim Fahren elektrischer Rollstühle.


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